Erfahrungsbericht: Google Job Interview – so läuft’s

// 11122008 / Allgemein / 4 Kommentare

Nein, nicht ich ;-) aber trotzdem wirklich sehr interessant, wie das bei Google so abläuft, wenn man plötzlich vom Webriesen zwecks Jobangebot angesprochen wird: Peteris Krumins wurde per E-Mail von einem Google Recruiter angeschrieben, da sein Blog Aufmerksamkeit erregt hatte. In seinem Blog berichtet er ausführlich, wie die folgenden drei Telefonintervews und fünf Vor-Ort-Interviews abgelaufen sind.

1. Offizielles Telefoninterview mit einem Google Recruiter

Petereis muss zunächst seine Fachkompetenzen von 0 - 10 in einer Vielzahl von Themengebieten einstufen (z.B. C, C++, Python, Netzwerke, Algorithmen und Datenstrukturen, Verteilte Systeme, Linux Administration,...).

Anschließend wird er gefragt,in welcher Niederlassung er gerne arbeiten würde: Irland, Zürich, Mountain View oder Australie.

Zu guter Letzt stellt ihm der Recruiter noch ein paar einfache technische Fragen zu Linux system Administration, Algorithmen, Computerarchitekturen und C Programmierung.

2. Offizielles Telefoninterview mit einem Google Engineer: Technische Fachfragen

Der Interviewpartner ist dieses Mal ein Entwickler, der im Team für die ganzen Google Ads (AdSense, AdWords,...) tätig ist.

Das Interview ist sehr technisch und startet direkt mit der hypotetischen Frage, was er tun würde, wenn er ein algorithmisches Problem zu lösen hätte, was nicht in den Computerspeicher passt (Stichwort: Modularisierung, Teilprobleme lösen?). Er muss dieses Problem direkt am telelefon "laut denkend" lösen unter Angabe der Datenstrukturen und Algorithmen, die er verwenden würde

Anschließend beantwortet er Fragen über Algorithmen und Datenstrukturen, Netzwerke (DNS, TCP, Netwerk-Sicherheit),... und natürlich über Google selbst.

3. Offizielles Telefoninterview mit einem Google Engineer: Software Entwicklung und Algorithmen

Der dritte Interviewpartner war ein Google Engineer aus dem Google Traffic Team.

Peteris muss ein paar einfache Programmieraufgaben am Telefon lösen. Er darf sich die Programmiersprache frei auswählen (und entscheidet sich übrigens für Perl, was dazu führt, dass er den Code doch per Mail senden muss: “for my dollar sign element open paren at data close paren open curly brace … close curly brace”). Auch wird er gefragt, wie er die gleiche Programmieraufgabe lösen würde, wenn die Datenmenge exorbitant steigen würde. (Stichwort "Skalierbarkeit")

Anschließend beantwortet er wieder ein paar Fachfragen über Netzwerktechnik.

4. Interview vor Ort bei Google: Berufserfahrung

Die drei Telefoninterviews haben Google überzeugt Peteris nach California einzuladen (Google übernimmt die Kosten für Reise und Unterkunft). Es folgen nun fünf (!) Interviews mit je 45 min. Länge.

Im ersten Interview soll er berichtet, welche Erfahrungen er bereits in der Vergangenheit gesammelt hat. Als Schwerpunkt entscheidet er sich für ein Sicherheitsüberwachungsystem per SMS, das er in C unter Linux geschrieben hatte.

In den darauf folgenden Fachfragen geht es um Unix-Kentnisse.

5. Interview vor Ort bei Google: Coding Session

Das fünfte Interview ist eigentlich eine Coding Session in C. Als erstes setzt Peteris eine mathematische Formel um. Anschließend implementiert er eine bekannte Datenstruktur, macht jedoch den Fehler, einen Teil der Datenstruktur nicht zu initialisieren, obwohl er ihn mit malloc belegt hatte. Normalerweise gibt das einen kleinen Fehler in der Speicherbelegung, aber Google scheint die Maßstäbe wirklich sehr hoch anzusetzen: Solche Fehler dürfen - auch im Interview - nicht passieren.

7. Interview vor Ort bei Google: Coding Session

Wieder eine Coding Session, in der Peteris diesmal eine Funktion zur Stringmanipulation in C (wahlweise auch C++) implementieren muss (und einen üblen Fehler macht, worauf sich der Rest des Interviews konzentriert).

8. Interview vor Ort bei Google

Im letzten und achten Interview geht es um Datenstrukturen und Algorithmen. Das Problem ist ähnlich wie im zweiten Interview, nur ist es diesmal nicht nur zu groß für den Computerspeicher, sondern auch noch verteilt (Stichwort: "Parallelverarbeitung /Verteile Systeme, z.B. MPI"?)

Das Interview verläuft locker und Peteris schafft es am Ende, auf die richtige Lösung zu kommen. Nicht viele Kondidaten können dies von sich behaupten.

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Peteris hat, wie er schreibt, den Job bei Google leider nicht bekommen, but Peteris, I think you can be very proud of yourself that you mastered the Google Job Interviews. I'm sure it was a very exciting experience. Good luck for your future!

Link zum Originalbericht von Peteris: My Job Interview at Google

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4 Kommentare zu "Erfahrungsbericht: Google Job Interview – so läuft’s"

  1. My Job Interview at Google – good coders code, great reuse My Job Interview at Google - good coders code, great reuse Januar 23rd, 2009 at 11:35

    [...] Update: This article has been translated to Japanese. Update: This article has been translated to German. [...]

  2. Job di Google.Interview. – DrLaptop Job di Google.Interview. - DrLaptop Juni 9th, 2011 at 04:27

    [...] Update: This article has been translated to Japanese. Update: This article has been translated to German. [...]

  3. Markus Grafenberg Markus Grafenberg Juli 9th, 2011 at 15:54

    Danke für den ausführlichen Artikel – hat mir echt sehr bei der Vorbereitung geholfen. Auf
    http://www.telefoninterview.net/ratgeber/
    habe ich duch die Ratgeber auch noch viel lernen können. Dort gibt es auch einen Ratgeber der sich speziell mit dem Google Telefoninterview beschäftigt…

  4. Leon Leon Oktober 1st, 2012 at 11:08

    Hey,
    danke für den Bericht. Bei Google reinzukommen ist echt nicht einfach, da hilft jeder kleine Strohhalm, um zu punkten. Natürlich muss man erstmal das Glück haben und für ein Vorstellungsgespräch in Frage kommen. Die Bewertungen für Google auf meinpraktikum.de sind aber auch extrem gut, also lohnt es sich: http://www.meinpraktikum.de/praktikum/google
    Ich für meinen Teil werd mich auf jeden Fall bewerben, mal gucken, was dabei rumkommt.
    Danke, Leon!


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